Christian Händel

... Certified TYPO3 Integrator

6.00 Uhr

Der Wecker in meinem Handy klingelt und reißt mich aus einer viel zu kurzen Nacht. Der letzte Traum vom Bergsteigen in den Alpen zeigt mir wieder etwas auf was ich unbedingt machen möchte.

Der Blick schweift auf mein Blackberry. Für viele fehlenden Funktionen hasse ich es aber für dieses kleine verlockende blinken liebe ich es, es sagt "Sie haben Post" - ich versuche in dem Wust aus belanglosem Spam und den letzten Tecci Newslettern ein familiäres Lebenszeichen zu entdecken. Doch vergeblich. 

Mein nächster Schritt - die SMS an meine geliebte Partnerin, die gerade wahrscheinlich zum 3. Mal den Wecker ausgedrückt hat um sich in die, für ihre Körpergröße, überdimensionierte Decke so einzukuscheln dass nur noch die Nase erahnen lässt, welche Person sich hinter dem ganzen Versteckt. Ich hoffe, dass die Zeichen die ich da mit verschwommenem Blick zusammen geschrieben habe, sagen was ich ausdrücken will und drücke mit Freude auf "Senden", bevor mich die wieder erstarkende Müdigkeit dahin rafft.

6.25 Uhr

3 oder 4 mal bekam diese kleine schwarze Beere meine Wut zu spüren, darüber dass die Nacht jetzt zu Ende sein muss. Das Quietschen meines Bettes und die Schritte, die ich auf den Fliesen höre, verraten mir - Ich muss aufgestanden sein. Der Blick in den Badezimmerspiegel verrät, dass meine Haare dringend etwas Disziplin brauchen und meinen Augen täte eine hölzerne Stütze nicht schlecht.

6.42 Uhr

Die Dusche hat meinen vom Büroalltag geformten Körper doch wieder in Fahrt gebracht und mit eingezogenem Bauch stehe ich erneut vor dem Spiegel und sage mir: "Mann du bist ganz schön schlank" - und ich entscheide mich dafür, dass ein Weglassen der Rasur mich heute noch ein Stück attraktiver machen wird.

7.10 Uhr

Das Omlett was in der Pfanne brutzelt ist etwas besonderes an diesem Tag. Aber so den Tag zu beginnen, gibt gleich noch mehr Kraft. Wie gebannt lese ich die ersten Mails dieses Tages und freue mich darüber dass es noch Nachrichten sind, die sich nur aus dem RSS-Feed der neuesten Tecci Trends und dem neuesten Klatsch und Tratsch der Pornobranche zusammen setzen.

7.33 Uhr

Die erste berufliche Mail trifft ein und beginnt mit dem Betreff Agentenregel, meine Aufmerksamkeit hält sich in Grenzen und dennoch studiere ich Sie um unserer kleinen Agentenfamilie Tribut zu zollen - es ist nun mal einfach nicht selbstverständlich, dass man die Geschirrspülmaschine ausräumt bevor man das dreckige Geschirr hineinstellt. Ich schmunzele und mein gesunder Menschenverstand verrät mir dass wir uns noch das eine oder andere Mal im Büro über diese Regel unterhalten werden.

8.12 Uhr

Der Abwasch ist gemacht und die Bude sieht so aus wie ich sie abends vorfinden will. Sogar zum Zusammenlegen der trockenen Wäsche hat es noch gereicht. Einmal noch auf die Uhr geschaut und ab zum Zug. Während der Zugfahrt häufen sich Mails die mich immer wieder raten lassen wann mein Chef eigentlich mal schläft. Die ersten kann ich schon beantworten und der Rest bleibt als ToDo für die erste Stunde liegen.

8.49 Uhr

Mein Arbeitsweg führt mich an einer Bäckerei vorbei und der steinerweichend schlechte Kaffee in der Agentur lässt mich beschließen mir einen Milchkaffee mitzunehmen. Aber ob Sie ihn wohl diesmal richtig heiß hinbekommt? ein Griff an den großen Pappbecher verrät mir - er ist wieder lauwarm, naja vielleicht beim nächsten Mal.

8.58 Uhr

Ankunft im Büro - meine Kollegin begrüßt mich und die Tatsache, dass sie schon wieder eher da ist als ich lässt mich nachdenken und ich frage mich ernsthaft ob sie eventuell dort fest gewachsen ist. Weiter an meinen Arbeitsplatz und den Laptop aufgebaut - mein Netzteil suche ich an diesem Tag vergeblich der Blick meines Chefs verrät mir - ich habs mir mal ausgeborgt. Wir beschließen an diesem Tag Socialnetzteiling zu betreiben und einigen uns darauf, dass es eine Geschäftsidee wäre mit der man eventuell dann doch kein Geld verdienen kann.